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Mehr Personalisierung in der Gesundheitsversorgung mithilfe von Daten

Digitaler Arzttermin

Aus unserer Reihe "Zukünftige Umwälzungen in der Gesundheitsversorgung"

Die Gesundheitsversorgung von Patienten wird in Zukunft individueller werden, ist Dr. Zenobia Brown, Medical Director, VP Population Health Care Management Northwell Health Solutions, überzeugt. Dadurch soll nicht nur der Gesundheitszustand eines Individuums, sondern auch der einer Bevölkerung maßgeblich verbessert werden. Die Personalisierung wird die Interaktionen mit den Patienten und deren medizinische Behandlung verändern. Gleichzeitig wird eine individualisierte Versorgung die finanzielle Nachhaltigkeit einer Einrichtung als auch die des Gesundheitswesens stärken und die Bindung der Patienten an den Leistungserbringer verbessern.

Personalisierung setzt voraus, dass sowohl die schon vorhandenen Informationen über einen Patienten als auch die von ihm selbst generierten Daten nuanciert ausgewertet werden. Dadurch kann man Patienten auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Kommunikationskanäle sowie passendere Therapieoptionen anbieten. „In Zukunft werden uns die von Patienten erhobenen Daten die Welt öffnen“, erwartet Brown.

Personalisierung erfordert auch, gängige Annahmen über das Verhalten von Patienten bzw. deren Präferenzen auf den Prüfstand zu stellen: Ist es beispielsweise wirklich so, dass über 90-jährige Telemedizin kategorisch ablehnen? Brown und ihr Team fanden heraus, dass dies zwar bei einigen der Fall ist, andere aber allerdings durchaus einen Mix aus physischen Arztbesuchen, Telefonaten, Textnachrichten und Onlinekonsultationen bevorzugen. Sie konstatiert daher: „Ich glaube, das ist der Punkt, an dem wir im Gesundheitswesen so oft scheitern: Wir betrachten eine Wahrscheinlichkeit und nicht einen spezifischen, auf den Patienten ausgerichteten Ansatz.“ Und an Letzterem arbeiten Brown und Kollegen.

Ein patientenzentrierter Ansatz benötigt insbesondere Daten. Dazu muss ein Krankenhaus analoge Arbeitsprozesse digitalisieren und eine Dateninfrastruktur aufbauen. In der Folge können Daten dann aggregiert und normalisiert werden und sind abrufbar. Dabei müssen sowohl die erforderlichen Sicherheitsanforderungen eingehalten als auch von Anfang an die Einwilligung der Patienten für zukünftige Nutzungen ihrer Daten eingeholt werden. Brown sieht bei den Patienten eine große Bereitschaft dazu: „Menschen sind heute viel eher bereit, Daten mit der Öffentlichkeit zu teilen, z. B. auf Twitter oder Instagram“, führt sie an.

Die vermehrte Verfügbarkeit von Daten impliziert auch, dass der Erfolg der ärztlichen Behandlung messbarer wird. Statt einen Leistungserbringer für eine ärztliche Leistung zu entlohnen, kann die Höhe der ärztlichen Vergütung an den Umfang des Behandlungserfolgs gekoppelt werden. Krankenhäuser werden sich dann noch stärker darum bemühen müssen, die Effektivität der Behandlungen zu steigern. „Dieser Druck ist ein Anreiz für sie, verstärkt innovative Dienstleistungen wie Apps einzusetzen und dadurch mehr finanzielle Risiken einzugehen“, so Brown.

Die Daten dienen gleichzeitig als Basis, erfolgversprechende gesundheitsfördernde Maßnahmen zu entwickeln. Jedoch muss deren Wirkung auf Patienten kontinuierlich evaluiert werden: „Es ist so wichtig, den Erfolg einer Maßnahme unmittelbar mit ihrer Wirkung in Verbindung zu setzen“, betont Brown, „In den nächsten fünf Jahren werden die persönlichen Interaktionen zwischen Patient und Arzt noch vermehrt durch Patientendaten unterlegt werden. Dies wird zu besseren Behandlungserfolgen führen“, erwartet Brown.

Infokasten

Organisation

Northwell Health. Mehr als 77.000 Mitarbeiter arbeiten in den 22 Krankenhäusern und mehr als 830 ambulanten Einrichtungen der Organisation. Im Jahr 2020 wurden dort 259.378 Patienten stationär versorgt, 172.208 ambulante Operationen durchgeführt und 524.031 Besuche in der Notaufnahme bzw. 170.789 Einweisungen in die Notaufnahme verzeichnet. Im gleichen Zeitraum wurden auch 798.160 Hausbesuche absolviert.

Repräsentant der Organisation

Dr. Zenobia Brown, MD, Medical Director, VP Population Health Care Management Northwell Health Solutions, Northwell Health.

InterSystems Produkt

InterSystems HealthShare

Quelle

Die Aussagen von Zenobia Brown können in der Aufzeichnung des Economist Impact Webinars „Shaping tomorrow: The future of disruption in healthcare” vom 25.01.2022 hier nachgehört werden.

SCHLAGWÖRTER: TELEMEDIZIN, HEALTHCARE, GESUNDHEIT, VERSORGUNG, GESUNDHEITSDATEN