
KUNDE: CARA - größte Schweizer Stammgemeinschaft für das elektronische Patientendosier (EPD)
HERAUSFORDERUNG: Die föderale Struktur des Schweizer Gesundheitssystems erforderte eine schrittweise Konsolidierung mehrerer EPD-Infrastrukturen, um Effizienz, Skalierbarkeit und eine zukunftsfähige nationale Weiterentwicklung sicherzustellen.
INNOVATION: Durch die Zusammenführung von emedo, eSANITA, CARA und AD Swiss entstand die größte EPD-Stammgemeinschaft der Schweiz - auf Basis einer einheitlichen, interoperablen Technologieplattform.
Die Schweiz verfügt über ein stark föderal organisiertes Gesundheitssystem. Kantone, Spitäler, Praxen und weitere Leistungserbringer arbeiten mit unterschiedlichen Primärsystemen, organisatorischen Strukturen und technischen Voraussetzungen?
Mit der Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) im Jahr 2020 begann in der Schweiz eine neue Phase der digitalen Gesundheitsversorgung. Entsprechend der föderalen Struktur des Landes entstanden zunächst mehrere eigenständige EPD-Stammgemeinschaften – darunter CARA, eHealth Aargau (emedo), eSANITA und weitere Organisationen. Jede dieser Gemeinschaften baute ihre eigene technische Infrastruktur auf, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und regionale Leistungserbringer einzubinden. Diese dezentrale Aufbauphase war ein logischer erster Schritt. Sie ermöglichte es, das EPD regional zu etablieren und Erfahrungen im operativen Betrieb zu sammeln. Um das EPD langfristig effizient betreiben und strategisch ausbauen zu können, rückte jedoch eine stärkere Bündelung von Infrastruktur, Know-how und technologischer Weiterentwicklung in den Fokus.
Was als bilaterale Zusammenarbeit begann, entwickelte sich rasch zu einem umfassenden Konsolidierungsmodell. Nach dem Zusammenschluss von eHealth Aargau (emedo) und eSANITA schlossen sich auch CARA und AD Swiss der gemeinsamen Infrastruktur an – eine EPD-Plattform, deren technologische Grundlage auf InterSystems IRIS for Health® und InterSystems HealthShare® basiert.
Heute vereint die Plattform rund 80 Prozent der am EPD teilnehmenden Leistungserbringer in der Schweiz. Sie bildet damit das technologische Fundament der größten EPD-Stammgemeinschaft des Landes, die mittlerweile unter dem gemeinsamen Namen CARA firmiert.
Eine einheitliche, interoperable Plattform als digitales Rückgrat
Um die Konsolidierung technologisch nachhaltig umzusetzen, entschied man sich für die gemeinsame Nutzung der bisherigen EPD-Plattform von emedo, die sich bereits im Betrieb bewährt hatte. Die zertifizierte Plattform basiert auf InterSystems IRIS for Health® und InterSystems HealthShare®, die den sicheren, föderierten Austausch von Gesundheitsdaten über Kantons- und Institutionsgrenzen hinweg ermöglichen. Sie wird gemeinsam mit der BINT GmbH als Technologie-und Implementierungspartner weiterentwickelt und betrieben.
„Eine nationale EPD-Infrastruktur braucht mehr als Organisation – sie braucht eine belastbare, standardbasierte Technologiearchitektur. Mit InterSystems IRIS for Health und InterSystems HealthShare stellen wir die Plattform bereit, die sicheren, föderierten Datenaustausch ermöglicht und gleichzeitig die Skalierbarkeit für zukünftige regulatorische Anforderungen gewährleistet“, so Jochen Scharafin, Sales Manager, InterSystems.
Ein besonderer Fokus liegt für CARA auf der Anbindung der Primärsysteme klinischer Einrichtungen, wobei CARA den Softwareherstellern kostenlosen technischen Support bereitstellt und eng mit allen Akteuren – öffentlichen und privaten – zusammenarbeitet, um die Integration effizient umzusetzen. Die Plattform stellt die Interoperabilität zwischen Kantonen und Institutionen sicher, ermöglicht die strukturierte Integration von Dokumenten, Medikationsplänen und Patienteninformationen, gewährleistet die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und Datenschutzbestimmungen und ist zudem skalierbar, um künftige Anforderungen wie das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) ab 2030 flexibel abzubilden.
„Was heute auf Schweizer Ebene wirklich Sinn macht, ist eine gemeinsame technische Infrastruktur. Die Einzugsgebiete enden nicht an Kantonsgrenzen – deshalb müssen wir Silos aufbrechen und Systeme intelligent miteinander verbinden. Denn es geht nicht um einzelne Regionen oder kurzfristige Projekte, sondern um eine nachhaltige nationale Lösung. Wir bauen auf einer bewährten Basis auf und entwickeln sie gemeinsam weiter – im Interesse der Bevölkerung.“, so Patrice Hof, Generalsekretär des Verbands CARA.
Mehr Effizienz, weniger Doppelarbeit
Heute vereint die CARA-Plattform 80 Prozent der am EPD teilnehmenden Leistungserbringer in der Schweiz, inklusive über 6.000 Institutionen und Gesundheitsfachpersonen. Die Vorteile zeigen sich in der Praxis: Ein Patient konnte seinen Spitalaufenthalt dank im EPD verfügbarer Koronographie-Ergebnisse um drei Tage verkürzen. Eine junge Patientin mit seltener Krankheit musste keine Biopsie wiederholen, da frühere Ergebnisse elektronisch verfügbar waren. Solche Beispiele verdeutlichen, wie die Plattform administrative Prozesse vereinfacht, Doppeluntersuchungen reduziert und die Patientenversorgung direkt verbessert.
Für Kliniken und Praxen bedeutet dies effizientere Abläufe, Kostenreduktion, weniger Verwaltungsaufwand und eine zuverlässige Datenbasis für die Patientenversorgung.
Public-Private-Partnerships
CARA ist als Public-Private-Partnership organisiert, in der Kantone, Technologiepartner und Betreiber eng zusammenarbeiten. Während die öffentliche Hand den regulatorischen Rahmen und die gesundheitspolitische Zielsetzung definiert, übernehmen private Partner Umsetzung, technologische Weiterentwicklung und Betrieb der Plattform. Dieses Zusammenspiel schafft die Voraussetzung für Stabilität im Betrieb und kontinuierliche Innovation.
„Das EPD-System funktioniert einwandfrei und interoperabel; die 150.000 Nutzer beweisen es. Nun gilt es, in stolzem Tempo weiteren Nutzen für Patienten und Gesundheitsfachpersonen auszurollen. Dafür braucht es klare PPP-Governance, enge Zusammenarbeit mit den Nutzern, abgestimmte Roadmaps und Lieferkompetenz“, betont Thomas Marko, Gründer und Geschäftsführer von BINT und Partner von InterSystems.
Dieses Modell ermöglicht:
- Rasches Ausrollen von weiteren Funktionen, die im medizinischen Alltag viel Nutzen bringen.
- Langfristige, gemeinwohlorientierte Investitionen, die den Fokus auf die Bevölkerung und die öffentliche Gesundheit legen.
- Integration und Unterstützung von Primärsystemen, damit die Plattform im Alltag der Anwender reibungslos interoperabel nutzbar ist.
- Effiziente Ressourcenbündelung
- Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg, die die Kosten und Verantwortung teilen.
Die enge Kooperation zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Partnern ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Digitalisierung der Schweizer Gesundheitsversorgung.
Eine Plattform für die gesamte Schweiz
CARA plant die weitere Integration klinischer Systeme, die Umsetzung eines gemeinsamen Medikationsplans und die kontinuierliche Erweiterung interoperabler Gesundheitsdienste. Ziel ist es, die Patientenversorgung weiter zu verbessern, Kosten zu senken und und das EPD zu einer robusten, zukunftssicheren nationalen Gesundheitsplattform aufzubauen. Damit bereitet CARA den Gesundheitsmarkt auch auf das Elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) vor, das ab Ende 2030 für alle Institutionen verpflichtend sein soll.
Dank der technologischen Basis aus InterSystems IRIS for Health® und HealthShare® ist CARA für diese regulatorische und strukturelle Weiterentwicklung bestens aufgestellt. Die Plattform unterstützt bereits heute verbindliche Interoperabilitätsstandards, strukturierte und standardisierte Datenmodelle sowie eine flexible Architektur. Durch die native Unterstützung international etablierter Standards wie HL7 FHIR und offener Schnittstellen bildet sie das Fundament für den sicheren, institutionsübergreifenden Austausch von Gesundheitsdaten – und deren schrittweise Weiterentwicklung in Richtung föderierter Gesundheitsdatenräume.
Die Vision ist klar: CARA will das Schweizer Gesundheitssystem digital vernetzen, die interprofessionelle Zusammenarbeit fördern und die Patientenversorgung so nachhaltig verbessern. Dabei zeigt das Projekt eindrucksvoll, dass eine erfolgreiche digitale Gesundheitsplattform nur durch Kooperation, Vertrauen und klare Fokussierung auf den Patientennutzen entstehen kann.


























