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Telekonsile zum Schließen von Versorgungslücken

Telekonsile zum Schließen von Versorgungslücken

Aus unserer Reihe "Zukünftige Umwälzungen in der Gesundheitsversorgung"

Das Virtuelle Krankenhaus Nordrhein-Westfalen (VKh.NRW) versteht sich als Wegbereiter für innovative und zukunftsorientierte telemedizinische Versorgungstrukturen im Rahmen der Regelversorgung. Eigentlich sollte das VKh.NRW seine Arbeit im Sommer 2020 aufnehmen. Aber durch die Corona Pandemie kam alles anders: Bereits im März 2020 ergriff die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Initiative und startete das VKh.NRW mit einer Vorstufe zu den Indikatoren Intensivmedizin und Infektiologie. Nadja Pecquet, Geschäftsführerin, Virtuelles Krankenhaus NRW gGmbH, erinnert sich: „Bei Ausbruch der Pandemie waren wir noch in der konzeptionellen Umsetzungsphase, konnten jedoch direkt auf Strukturen des Innovationsfondsprojekt TELnet@NRW aufsetzen. Binnen einer Woche konnten sich Intensivmediziner aller Krankenhäuser in NRW per Telekonsil von Kollegen der Expertenzentren der Unikliniken Aachen und Münster zu schweren COVID-Fällen Rat einholen. Eine Studie der beiden Universitätskliniken, die die Effektivität der anfänglichen Konsile zwischen März und November 2020 untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Sterblichkeit des beatmeten Patientenkollektivs knapp 20 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt lag. Pecquet räumt dabei ein, dass das Resultat aufgrund der geringen Stichprobengröße statistisch zwar nicht signifikant sei, „es zeigt aber eine starke Tendenz, dass der Austausch zwischen den behandelnden Ärzten mit der speziellen universitätsmedizinischen Expertise einen großen Beitrag zur Versorgungsverbesserung leistet“, betont sie. Ein weiterer positiver Aspekt der Telekonsile ist, dass Patienten nur in Ausnahmefällen von Krankenhäusern der Allgemeinversorgung in Spezialzentren verlegt werden müssen.

Nachdem die Vorstufe des VKh.NRW mittlerweile seit über zwei Jahren erfolgreich läuft, wird nun am Ausbau der Plattform und des Leistungsspektrums gearbeitet. „Während der Pilotphase, die bis Ende 2023 läuft, werden wir beschäftigt sein, dass die Plattform rund läuft. Das rechts- und datenschutzkonforme Umsetzen der Prozesse, die Gestaltung der Verträge und eine niederschwellige Einbindung in den Versorgungsalltag, obwohl es sich nur um die reine Arzt-Arzt Kommunikation handelt, ist ausgesprochen komplex“, findet Pecquet. Die teilnehmenden Krankenhäuser und Arztpraxen erhalten über die Telematikinfrastruktur Zugang zur elektronischen Fallakte (EFA), wie sie aus NRW heraus entwickelt wurde. Alternativ stehen jedoch auch andere Zugangsmöglichkeiten mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung zur Verfügung. Die EFA war eigentlich nie als Primärdokumentationssystem gedacht, sondern nur, um Dokumente und Daten aus anderen Primärsystemen gemeinsam dort einsehen zu können. Mittlerweile können Konsilberichte darin jedoch direkt strukturiert in Formulare der Fallakte eingegeben werden.

Seit Mitte März 2022 bietet das VKh.NRW Konsile für die therapierefraktäre Herzinsuffizienz (behandlungsresistente Herzschwäche) an. Dafür wird die Expertise des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen eingeholt. Im Mai wurde das Portfolio um Seltene Erkrankungen und resektable Lebertumore ergänzt.

Pecquet begrüßt, dass das VKh.NRW als gemeinnützige Gesellschaft mit dem Ziel gegründet wurde, Versorgungslücken zu schließen: „Wir können rein vom Versorgungsnutzen aus denken und müssen in der Pilotphase keinen Gewinn erzielen“, unterstreicht sie. Deshalb können die Teilnehmer das Telekonsilnetzwerk während dieser Zeit kostenfrei nutzen. Sie hält es für gut möglich, dass sowohl das Serviceangebot als auch das Geschäftsmodell der staatlichen Plattform weiter modifiziert werden.

Infokasten

Organisation

Virtuelles Krankenhaus NRW gGmbH. Die Organisation ist die gemeinnützige Trägergesellschaft des Virtuellen Krankenhaus NRW und eine hundertprozentige Tochter des Landes Nordrhein-Westfalens. Sie ist für den Aufbau und Betrieb eines telemedizinischen Netzwerks und einer virtuellen Vermittlungsplattform für Telekonsile verantwortlich. Mittlerweile beläuft sich die Zahl der Telekonsile, mit deren Hilfe die Behandlung von mehr als 600 schwerst an COVID-19 Erkrankten unterstützt wurde auf mehr als 3800. Knapp 130 Krankenhäuser haben sich dem telemedizinischen Netzwerk angeschlossen. Die VKh.NRW gGmbH ist mit dem Ziel angetreten, eine elektronisch gestützte Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern aber auch sektorenübergreifend erstmals in eine regelhafte Struktur zu überführen und das spezifische Fachwissen der medizinischen Spitzenzentren des Landes qualitätsgesichert, bedarfsorientiert und ortsunabhängig verfügbar zu machen.

Repräsentant der Organisation

Nadja Pecquet, Geschäftsführerin VKH NRW gGmbH.

InterSystems Produkt

RZV-EFA basierend auf InterSystems HealthShare

Quelle

Die Aussagen von Nadja Pecquet können in der Aufzeichnung des E-HEALTH-COM Experttalk „Traditionelle Gesundheitsversorger erfinden sich neu. Wie passen hybride Modelle zum Routinebetrieb?“ vom 24.03.2022 hier nachgehört werden.

SCHLAGWÖRTER: Telemedizin, Healthcare, Gesundheitsversorgung, Gesundheitsdaten

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