Wichtige Erkenntnisse des Jahres 2020 für die Finanzbranche: Teil 1

Eine robuste (IT) Architektur und umfassende Zukunftsplanung müssen Hand in Hand gehen

Wenn es eines gibt, was uns das Jahr 2020 gelehrt hat, dann das: Umfassende Planung und Tests für Disaster Recovery, eine robuste Infrastruktur für Remote-Zugriff und eine Strategie zum Umgang mit Marktschwankungen und Krisen sind unerlässlich. In den vergangenen zwölf Monaten hat InterSystems Finanzdienstleistungsunternehmen auf ihrem Weg durch die Pandemie begleitet und aufgezeichnet, welche Erfahrungen die Unternehmen dabei gemacht und welche Erkenntnisse sie gewonnen haben. Sprecher von Credit Suisse, Broadridge Financial Solutions und Banco do Brasil Tecnologia e Serviços (BBTS) haben den Umgang ihrer Unternehmen mit den einzigartigen Herausforderungen erläutert – von der Notwendigkeit zur Homeoffice-Arbeit bis hin zu einer in dieser Dynamik noch nie dagewesenen Marktvolatilität.

Schneller und effektiver Wechsel ins Homeoffice

Dabei sind Krisen und Katastrophen für Finanzmärkte generell nichts Neues. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Finanzkrise von 2008 oder diverse Naturkatastrophen überall auf der Welt, die immer wieder den Betrieb in einzelnen Regionen beeinträchtigen. Die Branche war zwar noch nie zuvor mit einer Herausforderung vom Ausmaß der Krise von 2020 konfrontiert, doch aus diesen früheren Erfahrungen haben Unternehmen wertvolle Erkenntnisse schöpfen können. So hat das Equities-Technology-Team von Credit Suisse seine IT-Infrastruktur bereits 2012 im Nachgang des Hurrikans Sandy für den Remote-Zugriff vorbereitet. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die regelmäßige Überprüfung der Disaster-Recovery-Zentren sowie die Möglichkeit für Mitarbeiter, nach Bedarf von zuhause zu arbeiten. Dank dieser Vorarbeit war das Unternehmen für die Herausforderungen des Jahres 2020 gut aufgestellt und konnte es dem Großteil seiner Mitarbeiter ermöglichen, schnell und effektiv in den Homeoffice-Modus zu wechseln.

Um den Herausforderungen optimal zu begegnen, hat das Equities-Technology-Team verschiedenen Arbeitspakete definiert:

  • Prüfung der Netzwerkkapazität für Remote-Arbeit und Durchführung notwendiger Upgrades bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuhause, um einen elektronischen Datenfluss in Echtzeit zu ermöglichen
  • Einrichtung von Kommunikationstools zur Unterstützung von Front-Office-Mitarbeitern und Überprüfung der Verfahren für Vorfallmanagement in Remote-Arbeitsumgebungen
  • Durchführung einer umfassenden Plattformbewertung und Erweiterung der nach 2008 eingerichteten Funktionen zur Verbesserung der Skalierbarkeit, Resilienz und Überwachung

Machine Learning und Cloud erleichtern die Anpassung

Ziel dieser Arbeiten war es, auch weiterhin eine zuverlässige Handels- und Ausführungsplattform bereitzustellen, die das automatisierte Routing oder Re-Routing von Handelsströmen ermöglicht, um Latenzen zu vermeiden. Mithilfe verteilter Technologien zur Anpassung von Kapazitäten an das Marktvolumen und -volatilität wurden diese Vorhaben problemlos umgesetzt. Die auf maschinellem Lernen basierende Überwachung ermöglichte es dem Unternehmen, Probleme vorherzusagen, bevor sie auftraten, und unterstützte eine schnelle Problemlösung zur Minimierung von Risiken. Auch die Nicht-Echtzeit-Systeme des Unternehmens haben davon profitiert, dass Funktionen wie das Berichtswesen in eine Cloud-basierte, nach Bedarf skalierbare Umgebung verschoben wurden.

In ähnlicher Weise konnte auch Broadridge die Krise besser bewältigen – dank der Investitionen in skalierbare Plattformen, die der Ausrichtung des Unternehmens auf Software-as-a-Service Modelle dienen. Angesichts der schwierigen Situation im Jahr 2020 werden die Prozesse weiter angepasst und viele Dienstleistungen in die Cloud verlagert. Ähnlich wie Credit Suisse liegt auch hier der Fokus auf einer stufenweise Migration, um Risiken zu minimieren.

Credit Suisse berät Kunden hinsichtlich Resilienz

Die Vorbereitungsmaßnahmen und Investitionen von Credit Suisse hatten einen überraschenden Nebeneffekt: Einige institutionelle Kunden wandten sich an das Finanzunternehmen und baten um Rat bezüglich einer Verbesserung der Resilienz und Vermeidung von Ausfallzeiten bei Marktschwankungen.

Credit Suisse passt sich auch weiterhin an die neuen Marktrealitäten an. Mitarbeiter werden im Hinblick auf neue Kommunikationstools und -technologien geschult, und Modelle werden weiterentwickelt, um sich gegen den prognostizierten wirtschaftlichen Abschwung abzusichern. Auch die Banco do Brasil Tecnologia e Serviços hat sich 2020 auf die Stärkung der Kundenkommunikation, die Automatisierung von Prozessen sowie die Optimierung von Entscheidungsfindungsprozessen in virtuellen Umgebungen konzentriert.

Eine robuste IT-Infrastruktur macht den Unterschied

In der Finanzbranche konnten 2020 viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, und dank zielgerichteter Investitionen sind die Unternehmen für die nächste Krise – wann immer sie eintritt – viel besser gerüstet. Die Notwendigkeit einer robusten (IT) Infrastruktur, die eine Remote-Arbeit unterstützt und flexibel skalierbar ist, um den Anforderungen volatiler Märkte gerecht zu werden, kann nicht genug betont werden. Sie kann den entscheidenden Unterschied darüber machen, ob ein Unternehmen sich an Veränderungen anpassen kann oder erhebliche Ausfallzeiten, Betriebsunterbrechungen und Verlusten erleiden wird.

Hören Sie in der Aufzeichnung der Podiumsdiskussion selbst, was die Unternehmen zu sagen haben.

Virginie O'Shea
Virginie O’Shea
Gründerin
Firebrand Research

Über die Autorin

Virginie O’Shea ist Forschungsspezialistin für Kapitalmärkte im Bereich Finanztechnologie. Seit über 20 Jahren verfolgt sie die Entwicklung von Finanztechnologie in der Branche. Ihr Schwerpunkt liegt auf regulatorischen Entwicklungen, Daten und Standards. Sie ist die Gründerin von Firebrand Research, einem innovativen Forschungs- und Beratungsunternehmen, das Einblicke in Kapitalmarkttechnologie und -betrieb für das digitale Zeitalter bietet.

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