Warum DevOps durch die COVID-19-Pandemie an Bedeutung gewinnt

„Disruption“ ist heutzutage allgegenwärtig: sei es in Form der Pandemie-bedingten Tätigkeit am heimischen Arbeitsplatz oder in Form von normaleren, alltäglichen Disruptionen (wie etwa ein Umzug und die Renovierung der eigenen vier Wände, so wie ich es selbst gerade erlebe). Als gewohnheitsgetriebener Entwickler habe ich jedenfalls festgestellt, dass es die stabile Arbeitsumgebung, auf die ich mich früher verlassen habe, so nicht mehr gibt.

Das Innovationstempo im Tech-Bereich ist sogar noch höher geworden; das können wir an den unzähligen neuen Produkt- und Serviceentwicklungen sehen, die im Zuge der Pandemie entstanden sind.

Angesichts der immer kürzeren Innovationszyklen und der stetig steigenden Anforderungen stehen Entwickler mehr denn je unter Druck, Anwendungen und Updates innerhalb kürzester Zeit zu entwickeln und auszurollen. Agilität und Effizienz waren in Entwicklungsteams noch nie so wichtig wie heute, gerade weil Zusammenarbeit durch unser derzeitiges Home Office-Arbeitsumfeld zusätzlich erschwert wird. Am Markt gibt es zwar Werkzeuge, die diese schnellen Entwicklungs-Pipelines unterstützen können; Unternehmen müssen Entwicklern diesbezüglich jedoch erst ausbilden und Ihnen die notwendige Unterstützung bieten, damit die Vorteile dieses neuen Entwicklungsparadigmas richtig ausgeschöpft werden können.

DevOps und das Remote-Entwicklererlebnis

Es ist kein Geheimnis, dass IT-Teams neue Kollaborationsmethoden wie DevOps nutzen, um die Effizienz, Flexibilität, Geschwindigkeit und Feedbackschleifen zu erreichen, die für optimale Workflows und agile Innovation erforderlich sind.

Während das Konzept DevOps in der Welt der Entwickler schon länger bekannt ist, sind der restlichen Welt seine Vorteile erst mit der flächendeckenden Umstellung auf Remote-Arbeit offenbar geworden. Ich habe selbst erlebt, dass die Home-Office-Arbeit Entwicklern die Innovationsschöpfung erschwert, wenn keine regelmäßige persönliche Zusammenarbeit mit Kollegen stattfindet. In der derzeitigen COVID-19-Situation müssen wir auf die gewohnten persönlichen Interaktionen bei Konferenzen, Hackathons oder anderen Veranstaltungen verzichten, wo wir normalerweise neue Kontakte knüpfen und neue Inspiration schöpfen können. Allein die Tatsache, dass Entwicklerteams räumlich getrennt vom restlichen Personal arbeiten, erschwert die Kommunikation, die Echtzeit-Zusammenarbeit und das Experimentieren. Die Auswirkungen werden noch weiter verstärkt, wenn das IT-Personal auch die Umsetzung digitaler Transformationen sowie Remote-Mitarbeiter bei Fehlerbehebungen unterstützen soll.

Wie DevOps und die Cloud helfen

Das Remote-Arbeitsumfeld treibt darüber hinaus in vielen Unternehmen den Umstieg auf die Cloud voran. Während die erste Cloud-Welle hauptsächlich Implementierungen und Infrastruktur in Produktionsunternehmen betraf, werden heute immer vielfältigere Workloads verlagert, so auch die agile Entwicklung. Folglich wird DevOps zunehmend aus internen IT-Abteilungen in die Cloud verlagert, wo es für Entwickler leichter zugänglich ist.

Durch diesen Umstieg in die Cloud und den verstärkten DevOps-Einsatz können Remote-Teams weiterhin effektiv zusammenarbeiten und Projekte in hohem Tempo abwickeln und profitieren gleichzeitig von der Flexibilität und Agilität, die im hart umkämpften Umfeld von heute notwendig sind.

DevOps trägt zur Aufrechterhaltung einer von Transparenz und Experimentierfreude geprägten Unternehmenskultur bei und hilft Teams, Ineffizienzen besser zu erkennen und Prozesse rasch zu verlagern.

Ein Blick in die Zukunft

Während die Welt versucht, den Weg in die neue Normalität zu finden, warten noch viele Herausforderungen auf Unternehmen, die ihre Strategien und Betriebsabläufe im Hinblick auf eine vollständige Remote-Arbeitsumgebung optimieren – und die Entwicklergemeinschaft wird da keine Ausnahme bilden. Denn auch Entwickler müssen sich auf die „neue Normalität“ einstellen und insofern werden auch zukünftig Agilität, Entwicklungsgeschwindigkeit und Kommunikation eine bedeutende Rolle spielen. All das wird die Implementierung von DevOps-Strategien in der Entwicklerwelt vorantreiben.

Ich bin dankbar, dass ich mithilfe von DevOps die Herausforderungen der Homeoffice-Arbeit bewältigen kann.

Ursprünglich veröffentlicht am 25. September 2020 bei Hackernoon.

Raj Singh

Raj Singh ist bei InterSystems als Produktmanager mit Schwerpunkt Developer Experience tätig. Ende der 1990er-Jahre bereitete er den Weg für „Web-Mapping-as-a-Service“ bei Syncline, einem Startup, das er mitgegründet hatte. Danach erlangte er seinen PhD im Fach Urban Planning am MIT, wobei er eine verteilte Computing-Architektur für urbane Informationssysteme auf Basis von Webservicedesign-Mustern entwickelte. Anschließend beschäftigte er sich als Mitglied des Open Geospatial Consortium ein Jahrzehnt lang mit den Herausforderungen der Interoperabilität von Geodaten. Bevor Raj zu InterSystems kam, war er bei IBM im Bereich Developer Relations für Datenbank- und Data-Science-Cloud-Angebote tätig. Folgen Sie Raj auf Twitter: @rajrsingh.

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