Künstliche Intelligenz im Fokus

„Jeder Aspekt unseres Lebens wird sich [durch künstliche Intelligenz] verändern“, möglicherweise ist es „die bedeutendste Entwicklung in der Geschichte unserer Zivilisation“ –Stephen Hawking

Wir können die enormen Auswirkungen künstlicher Intelligenz (KI) auf nahezu jede Branche bereits beobachten. Doch trotz ihrer raschen Ausbreitung befindet sich die KI-Technologie noch immer in einem frühen Entwicklungsstadium. KI ist das Versprechen auf eine Zukunft, in der Maschinen nicht ausschließlich physische Arbeiten verrichten, wie dies seit Beginn der industriellen Revolution der Fall war, sondern ebenfalls „Denkarbeit“ – Planung, Strategieentwicklung, Priorisierung sowie Entscheidungsfindung leisten.

Tatsächlich verschiebt sich die Definition dessen, was als künstliche Intelligenz betrachtet wird, immer wieder aufs Neue. Was noch vor einigen Jahren als künstliche Intelligenz angesehen wurde, ist heute bereits eine vielfach eingesetzte und vertraute Technologie, die nicht länger der KI zugeordnet wird. KI könnte der einzige technologische Bereich sein, dessen Definition und Umfang sich mit der Weiterentwicklung und dem Einsatz der Technologie verändern.

Künstliche Intelligenz kann bereits wahrnehmen, denken und handeln. KI kann durch die maschinelle Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing), Spracherkennung und maschinelles Sehen hören, sehen und sprechen. Sie kann mithilfe von Machine Learning, Deep Learning sowie Planung und Terminierung sinnerfassend wahrnehmen und assistieren. Und KI kann auf physische, kognitive und kreative Weise durch Roboter-Prozessautomatisierung, maschinelle Übersetzung und adaptive Systeme agieren. Täglich erleben wir viele dieser leistungsstarken Fähigkeiten, oft vielleicht sogar ohne es zu wissen, da KI zunehmend in Alltagsanwendungen integriert wird.

Für uns jedoch ist das Faszinierendste an KI, dass sie Menschen übermenschlich machen und uns gleichzeitig helfen kann, einfach … menschlicher zu sein. Die Zukunft ist nicht „Menschen gegen KI“, sondern vielmehr „Menschen und KI“.

Die Vielfalt von KI-Anwendungsmöglichkeiten

Affective Computing

Prof. Rosalind Picard entdeckte im Rahmen ihrer medizinischen Forschung mehrere Phänomene, wie beispielsweise Stress als Vorzeichen für Krampfanfälle. Die Gründerin und Leiterin der Forschungsgruppe Affective Computing am MIT Media Lab prägte den Begriff „Affective Computing“, der gelegentlich auch als künstliche emotionale Intelligenz oder Emotions-KI bezeichnet wird. Dieser interdisziplinäre Bereich beinhaltet Geräte und Systeme, die menschliche Emotionen erkennen, interpretieren, verarbeiten und stimulieren – die Grundlage menschlicher Erfahrung. Mit dieser aufstrebenden Technologie können wir besser verstehen, wie sich Emotionen auf Gesundheit, Lernen, Gedächtnis, Verhalten und soziale Interaktion auswirken. Auf diese Weise kann das Wohlbefinden verbessert werden, indem wir neue Möglichkeiten nutzen, um zu kommunizieren, zu verstehen und auf Emotionen zu reagieren. (Weiterführende Informationen zu Rosalind Picard und Affective Computing.)

KI als Wegbereiter von Kreativität

Prof. Gil Weinberg entwickelte Shimon, einen Jazz-spielenden Roboter, der mittels Algorithmen und analytischem Denken neuen Formen der Kreativität Bahn bricht. Mit Shimon und anderen improvisierenden Musikrobotern bereiste Prof. Weinberg die Welt und stellte diese Technologie auf Dutzenden von Konzerten und Präsentationen im Rahmen von Festivals und Konferenzen vor, wie beispielsweise SIGGRAPH, DLD und dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Seine neueste Erfindung ist ein für Smartphones geeigneter KI-Roboter, der als musikalischer Begleiter fungiert und das Musikerlebnis des Zuhörers verbessern soll. (Weiterführende Informationen zu Gil Weinberg und Roboter-Mensch-Kooperation.)

Die wandelbare Natur der KI

Dr. Babak Hodjat, der „Erfinder von Siri“, reflektiert über die Evolution von Technologien, die früher als künstliche Intelligenz bezeichnet wurden, heute jedoch lediglich Alltagswerkzeuge sind. „Unsere Werkzeuge sind es, die uns als Menschen auszeichnen und uns ermöglichen, die Welt zu verändern“, so der Computerwissenschaftler. Dr. Hodjat beeindruckt mit seinem visionären Ausblick auf die Zukunft der KI, in dem er sich auch mit der Erschaffung künstlicher Menschen beschäftigte. „Emotionen sind grundlegend für das menschliche Erinnerungsvermögen, welches nicht der Vergangenheit, sondern der Zukunft dient.“ (Weiterführende Informationen zu Babak Hodjat und der wandelbaren Natur der KI.)

Künstliche Intelligenz – Quo vadis?

Die Weiterentwicklung von KI-Anwendungen wird fortgesetzt. Hier unser Ausblick, welche Trends wir auf dem Vormarsch sehen:

Open-Source-KI

Wie andere Branchen bereits gezeigt haben, stärkt Open Source Kooperation und Innovation, senkt Entwicklungskosten und verkürzt die Markteinführungszeit.

Verstärkung der Cyber-Sicherheit

Da die Anzahl und Komplexität von Cyber-Angriffen zunehmen, wächst auch der Bedarf an intelligenten Systemen, um diese abzuwehren.

Humanisierung der KI

Der Trend, KI zu humanisieren, um unser Vertrauen in KI-Anwendungen zu stärken, wird sich fortsetzen. Je höher der Verbreitungsgrad von Technologien mit künstlicher Intelligenz ist, desto wichtiger wird es, dass sich die Menschen mit ihnen wohlfühlen und die ihnen zugrunde liegende KI für vertrauenswürdig halten.

Produktivitätssteigerung

Die Anwendung von KI zur Automatisierung von Aufgaben und Prozessen kann Produktivitätssteigerungen und andere Vorteile ermöglichen – nicht nur für Unternehmen jeder Größenordnung, sondern für gesamte Wirtschaftssysteme weltweit.

KI ist eine unentbehrliche Technologie

Künstliche Intelligenz deckt ein breites Spektrum an Anwendungen und Möglichkeiten ab. Sie wirkt sich bereits auf jede wichtige Branche aus und wird aller Voraussicht nach ebenso grundlegend für uns werden, wie es Computer heute sind. Zentrale Elemente künstlicher Intelligenz werden fortlaufend in zahllose Bereiche unseres Alltagslebens integriert, von der Wohnung bis zum Krankenhaus, vom Smartphone, das Sie bei sich tragen, bis zum Auto, das Sie fahren. Der letztendliche Erfolg von KI wird davon abhängen, wie transparent und unsichtbar sie sich vom Hollywood- und Silicon-Valley-Hype in die Praxis des menschlichen Lebens einfügt.

Über die Autoren

Evan Kirstel ist ein international anerkannter Vordenker, Top-Technology-Influencer und B2B-Marketingexperte. Mit mehr als 400.000 Social-Media-Followern und einer organischen Reichweite im Millionenbereich unterstützt Evan Marken dabei, eine massive Sichtbarkeit und Skalierung in sozialen Netzwerken zu erreichen – unter anderem in Bereichen wie Mobile, Blockchain, Cloud, 5G, Health Tech, IoT, KI, Digital Health, Crypto, AR, VR, Big Data, Analysen und Cyber-Sicherheit. Evan wurde kürzlich von Brand24 als 4th Most Engaging Digital Marketer ausgezeichnet.

LinkedIn und Twitter: @EvanKirstel

Irma Rastegayeva arbeitet als Consultant und Coach an der Schnittstelle von Gesundheit, Technologie, Philosophie und Storytelling. Mit einer mehr als 20-jährigen Karriere in den Bereichen Produktentwicklung, Consulting und Management vereint Irma weitreichende technische Expertise mit einer Passion für Patientenbelange und Community Engagement bei eViRa.Health. Aufgeführt in den Top 30 Women in Tech, ist Irma als Top-Influencerin für digitale Gesundheit, Gesundheitstechnologie und IoT anerkannt. Irma ist Vorstandsmitglied des American College of Healthcare Trustees.

 

Gast-Blogger

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